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Dienstag, 27. August 2019
Vollständige / Minimal(-) Datensätze im Landesverfahren Schlaganfall

Im Landesverfahren Schlaganfall sollen grundsätzlich alle Patienten mit frischem Schlaganfall durch einen vollständigen Datensatz dokumentiert werden. Dabei muss in jedem Haus ein vollständiger Datensatz dokumentiert werden, in dem der Patient stationär mit der Hauptdiagnose Schlaganfall abgerechnet wird und der QS-Filter entsprechend auslöst 1), ungeachtet der Dauer des Aufenthaltes, von Zu- und Wegverlegungen und palliativen Situationen. Diese Verlegungskonstellationen werden seit dem VJ2018 im Bogen abgefragt und steuern die Auswahl der zu beantwortenden Fragen.

Unter bestimmten Voraussetzungen ist die Anlage von Minimaldatensätzen (MDS) möglich. Diese Möglichkeit beschränkt sich jedoch auf Fälle, bei denen es sich nicht um die Diagnostik oder Therapie eines frischen Schlaganfalls handelt und die Auslösung durch den QS-Filter nicht vermieden werden kann: Das heißt, nur

  • bei Ereignissen, die älter als eine Woche sind,
  • bei ausschließlich frührehabilitativen Komplexbehandlungen im Sinne OPS 8-55 ff, die wegen vorzeitigem Abbruch nicht als solche verschlüsselt werden können,
  • bei ausschließlicher Aufnahme zur Operation einer Komplikation ohne vorherige i.v. Lyse oder Thrombektomie oder
  • bei Auslösung weiterer Bögen wegen fehlender Fallzusammenführung von mehreren Aufenthalten im gleichen Haus zum gleichen Ereignis mit Dokumentation des Gesamtverlaufs im ersten ausgelösten QS-Bogen

ist die Anlage eines Minimaldatensatzes vorgesehen.


Kein Grund
für  die Anlage eines Minimaldatensatzes ist

  • eine schnelle Weiterverlegung,
  • eine Palliativsituation oder
  • eine „frührehabilitative Behandlung“ in Kliniken ohne Voraussetzungen zur Abrechnung des Schlüssels  OPS 8-55 ff.

Auch stroke mimics und Fehlkodierungen können als Rechtfertigung für die Anlage eines MDS nicht akzeptiert werden. Wir bitten um Einhaltung der Kodierrichtlinien:

Wenn die initiale Verdachtsdiagnose Schlaganfall im Laufe der Diagnostik verworfen wird, darf der Schlaganfall nicht als Hauptdiagnose kodiert werden. Eine QS-Pflicht wird somit nicht ausgelöst.

Bleibt die Verdachtsdiagnose Schlaganfall erhalten, ist die Anlage eines vollständigen Datensatzes notwendig.

Wir bitten Sie, dies zu beachten, da ab dem VJ2020 der Schlüssel „Sonstiges“ als Begründung für eine Minimaldatensatzanlage gestrichen wird. Die ungerechtfertigte Anlage von MDS anstatt vollständiger Datensätze oder Fehlkodierungen, die die QS-Pflicht auslösen, werden dann möglicherweise zu unnötigen rechnerischen Auffälligkeiten Ihres Hauses bei der MDS-Rate oder in inhaltlichen Indikatoren und nachgelagertem Strukturiertem Dialog führen.

 

1)  Der QS-Filter löst nicht aus, wenn ein Patient aus einem anderen Krankenhaus aufgenommen und innerhalb von 48 Stunden zurückverlegt wird.

 

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